52 Bücher, 21. Woche: Aliens und andere Essensgäste

Heute ärgere ich mich zum so ziemlich ersten Mal überhaupt, nie „Das perfekte Dinner“ oder ähnliches geguckt zu haben. Denn selbst wenn das kein Buch ist, es würde so gut zum Thema „Aliens oder schau mal wer da zum Essen kommt“ passen. Wenn das Alien zweimal klingelt…

Allerdings gibt es noch, und das ist nicht nur ein Buch, es passt auch, wie der Facehugger aufs Gesicht passt: „Alien“, alle drei Romane in einem Band. Ich bin ja ein großer Fan der Alien-Filme – vom ersten hatte ich jahrelang Alpträume (danach hat mir nur „The Ring“ wieder so nachhaltig Angst eingejagt), und den zweiten und dritten fand ich immer noch sehr okay. Das Buch lief mir zu, und zwar wortwörtlich – es ist ein BookCrossing-Buch, eines Tages lächelte es mich von der Theke der Juristenbibliothek aus an. Wahrscheinlich ist es nur so lange bei mir geblieben, damit ich es heute vorstellen kann, danach lasse ich es endlich mal wieder frei.

Worum geht´s? „A group of very unlucky working stiffs having the worst week ever„, wie es meine unangefochtene Lieblingscomiczeichnerin, Faith Erin Hicks, ausdrückt. Die Besatzung des Raumfrachters Nostromo wird, irgendwo in der finstersten Entsprechung des Universums zur Pampa, aus dem Kälteschlaf gerissen. Grund ist ein Notsignal von einem öden Asteroiden, auf dem sie landen, ein unheimliches Raumschiff eindeutig nichtmenschlicher Machart und dort drinnen… gar nichts finden. Außer einem offensichtlich toten Wesen und einem Haufen Eiern. Aus einem der Eier springt der „Gesichtsklammerer“ (Facehugger klingt eindeutig besser) den unglücklichen Kane an, und aufgrund einer Verkettung merkwürdiger Zufälle passieren Kane und sein Anhang die Quarantäneschleuse. Alle Versuche, das Wesen von Kanes Gesicht zu entfernen, scheitern, da es hochwirksame Säure in seinen Adern hat und ein paar Tropfen davon beinahe das komplette Schiff durchätzen. Dann rutscht es von allein ab, Kane erwacht, und mitten in einer gemütlichen Genesungsfeier durchbricht ein… Ding seinen Brustkorb und verschwindet in den Eingeweiden des Schiffes. Das Alien kommt sozusagen zum Essen, und die Crew der Nostromo ist Gastgeber und Mahlzeit gleichermaßen, beides ausgesprochen unfreiwillig. Flammenwerfer und Vakuumschleusen beirren es keineswegs in seinem Appetit, dem nach und nach die gesamte Crew zum Opfer fällt, bis Lieutenant Ellen Ripley zu drastischen Maßnahmen greift.

Worum geht´s wirklich? Das eigentliche Problem ist weniger das Alien als vielmehr der Vertreter der profitigierigen „Gesellschaft“, die das angebliche Notsignal kostengünstig von einem vorbeikommenden Schiff untersuchen und bei dieser Gelegenheit gleich ein Alien zur Erde bringen lassen wollte. Der Mensch ist zwar allein in einem gleichgültigen Universum… aber die Anwesenheit weiterer Menschen ist bisweilen zur Furcht Grund genug.

Muss man das lesen? Unbedingt. Für ein „Buch zum Film“ (es basiert auf dem Drehbuch von Dan O´Bannon) hat Autor Alan Dean Foster vor allem aus dem ersten Band eine Menge herausgeholt und die Atmosphäre auf der Nostromo – ein Mix aus Funktionalität und Trostlosigkeit, in das sich nach und nach das Grauen mischt angesichts des unberechenbaren Neuzugangs – wunderbar eingefangen. Schon der Beginn, in dem die Mannschaftsmitglieder, noch im Hyperschlaf, anhand ihres Traumverhaltens charakterisiert werden, ist weit literarischer, als ich anhand des Genres erwartet hätte, und viele Szenen stehen in puncto Luftanhaltefaktor dem Film kaum nach.

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