Ein Hauch von Passierschein A38

Damit auf keinen Fall irgendwelche dahergelaufenen Dummköpfe Juristen werden, besteht die erste Hürde des Staatsexamens bereits in der Anmeldung zu selbigem. Diese erfolgt nämlich, damit es nicht langweilig wird, bei 2 Prüfungsämtern parallel, dem der Uni und dem Landesjustizprüfungsamt des Freistaates Sachsen.

Einfacher, weil mit weniger Formularausfüllaufwand verbunden, ist die Anmeldung zur universitären Schwerpunktbereichsprüfung. Für die kann man sich bis Mitte Juli anmelden, muss ein paar Scheine im Original einreichen, und das wars. Für das LJPA muss man diesselben Scheine einreichen, auch im Original, allerdings bis Mitte Mai, oder die Anmeldebestätigung vom Universitätsprüfungsamt. Geht schlecht, wenn man, wie ich, erst kurz vor knapp anfängt, sich darum Gedanken zu machen. Das Ganze funtkioniert auch umgekehrt – man legt beim Uniprüfungsamt die Zulassung des LJPA vor. Ob die bis Mitte Juli fertig sein könnte? Schwierig, könne man nicht sagen. Kurz dachte ich daran, bei beiden Stellen „Originale“ einzureichen und abzuwarten, ob das jemandem auffällt, aber erstens bin ich ein Feigling und zweitens stellte sich heraus, dass man die Scheine beim Uniprüfungsamt nur zeigen muss, während man sie beim LJPA abgibt. Also erst mal den Unikram.

Dabei handelt es sich um exakt dieses Blatt, in dem man nur angeben musste, in welchem Semester und in welchem Schwerpunktbereich man die Prüfung zu machen gedächte. Ein paar Tage später konnten wir uns dann die Zulassung abholen, der ein Formular angeheftet war, auf dem man eintragen musste, in welchem Schwerpunktbereich man sich in welchem Semester zur Klausur anmeldet, und noch eines, in dem man angeben musste, in welchem Schwerpunktbereich und welchem Semester man die wissenschaftliche Studienarbeit zu schreiben gedenkt.

So richtig darüber amüsieren konnte ich mich nicht, weil ich zu beschäftigt damit war, die Belegbögen für das LJPA auszufüllen, in denen man für jedes Studiensemester die besuchten Vorlesungen samt Wochenstundenzahl eintragen sollte. Nun liegt mein erstes Studiensemester schon sehr lange zurück, nämlich 2006, und fand auch noch an einer anderen Universität statt, deren Archiv 2007 beginnt, sodass ich in der glücklichen Lage war, mir einfach was auszudenken.  Das gestaltete sich beim Rest schwieriger – zwar reicht das Leipziger Vorlesungsarchiv ausreichend lange zurück, aber ich  war dem Axtmord nahe, auch nachdem wir mit vereinten Kräften versuchten, aus der eher bruchstückhaften Erinnerung an, *hüstel*, natürlich absolut regelmäßig besuchte Vorlesungen die Veranstaltungen, deren Namen und Wochenstundenanzahl zu eruieren, was dadurch noch erschwert wurde, dass die Vorlesungsverzeichnisse nicht stimmen konnten und man aus irgendeinem Grund in Vorlesungsstunden und Übung trennen musste, die in den Verzeichnissen, falls überhaupt angegeben, zusammengefasst waren.

Da mein Studium nicht ganz geradlinig verlaufen ist, wollte ich lieber auf Nummer Sicher gehen und die Anmeldung samt sämtlicher Immatrikulations-, Anrechnungs-, Exmatrikulations-, erneuter Immatrikulations- und weiterer Anrechnungsbescheinigungen direkt beim LJPA  abgeben, dass freundlicherweise eine Mitarbeiterin für ein paar Stunden nach Leipzig schickte, um die Unterlagen von geschätzt 200 Leuten durchzusehen. Gerüchteweise hieß es außerdem, dass LJPA werde im Fall fehlerhaft eingeschickter Unterlagen keine Nachreichungsfrist einträumen, sondern die Anmeldung als nicht erfolgt betrachten, und nur die Fucht, nicht rechtzeitig eine Rechtsschutzversicherung zu bekommen, um mir die Zulassung in so einem Falle notfalls zu erklagen, ließ mich die anderthalb Stunden im Flur der Fakultät durchstehen (im Wortsinne), nur, um dann entgeisterten Blickes gefragt zu werden, ob ich denn wirklich zwei Jahre unterbrochen hätte, das sei ja ungewöhnlich. Die §$%&(! Vorlesungslisten wollte sie gar nicht sehen. Seitdem grübele ich darüber nach, was sie damit im LJPA machen. Wände tapezieren? Praktikanten damit beschäftigen, diese Listen mit den Online-Vorlesungsverzeichnissen abzugleichen? Sie in einem geheimen Kellerraum sammeln und ab und zu darin herumtauchen, wie Dagobert in seinem Geldspeicher?

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