52 Bücher: Wieder ein Dreierpack

… nur diesmal in umgekehrt chronologischer Reihenfolge.

39. Woche: An welches Buch denkst Du spontan als allererstes beim Stichwort Hitze?

„Dune. Der Wüstenplanet“ von Frank Herbert. Kam mir heute schonmal in den Sinn, als wir überlegt haben, ob der Boden ausgetrocknet genug ist, um Sandwürmer anzulocken. Hat nicht funktioniert, aber wer weiß, was die Klimaerwärmung uns noch bringt. Der Wüstenplanet Arrakis im Buch hingegen hat seine Klimaerwärmung schon hinter sich, aber da er in einem mehr oder weniger feudal organisierten Universum der einzige Ort ist, an dem es die Droge Spice gibt, ist er dennoch bewohnt. Beherrscht wird er von der Fürstenfamilie Atreides, die jedoch einer Intrige des Baron Harkonnen zum Opfer fällt – nur die Konkubine des Herzogs, Jessica Atreides, und ihr Sohn Paul können in die Wüste fliehen. Dort schließen sie sich dem Volk der Fremen an, Paul lernt, die großen Sandwürmer zu rufen und zu reiten, und am Ende gibt es Enthüllungen diverser Verwandtschaftsverhältnisse und einen Showdown. Liest sich flüssig, und lässt einen auch bei 30° im Schatten mit dem Gefühl zurück, dass es uns doch eigentlich ganz gut geht. Nur die Tatsache, dass Paul für die Fremen der Messias ist, hat auf die Dauer ein bisschen genervt, und am Anfang hat es ein paar Längen, wenn Arrakis und die ganzen Figuren vorgestellt werden. (Soweit ich mich entsinne, war die Verfilmung aber ganz gut – und der einzige Film von David Lynch, den ich mir je angucken konnte.)

38. Woche: Mein Lieblingsplatz um ein gutes Buch zu lesen, wohin Bücher mich schon begleitet haben und wohin ich kein Buch mitnehmen würde!

Lieblingsplatz: Sofa, Sessel, Hängematte, eigentlich egal, solange ich meine Beine ausstrecken kann und ggf. noch Platz für irgendwas zu Trinken oder zu Knabbern ist. Früher habe ich sogar auf dem Klettergerüst gelesen, aber am liebsten war mir mein Baumhaus: von dort hatte ich guten Überblick, war aber selbst ein bisschen versteckt, es war lauschig und schattig. Hach.

Mitgenommen: Öhm. Uni zählt nicht, oder? Aber oft waren es auch fachfremde Bücher, um anwesenheitspflichtige Vorlesungen totzuschlagen. Ansonsten hab ich eigentlich überall Bücher mit hingenommen, sofern sie noch irgendwo rein passten.

Ausgeschlossen: im September planen wir eine längere Wanderung, da werde ich wohl aus Gewichtsgründen kein Buch mitnehmen, außer dem Reiseführer. Wobei ich nicht ausschließen kann, dass ich in einem Anfall von Unvernunft eines der zig Bücher einpacke, zu deren Lektüre ich derzeit nicht komme, und es nach zwei Tagen mit einem Fluch irgendwo liegen lasse, weil ich dringend Packgewicht reduzieren muss. Ich werde berichten.

37. Woche: Jenseits des Weißwurstäquators

Von hier aus gesehen liegt jenseits des Weißwurstäquators Österreich, und im Österreicher Burgenland lebt und schreibt Erwin Moser, unter anderem das Kinderbuch „Der Mond hinter den Scheunen. Eine Fabel von Katzen, Mäusen und Ratzen.“ Eine epische Geschichte um Moral (der Kater Rafi will plötzlich keine Mäuse mehr fressen, sondern mit ihnen plaudern), Demokratie (die Mühlratzen haben einen neuen Anführer, der sie zu stundenlanger Schufterei zwingt) und Liebe (eine Stadtkatze verdreht den Hofkatern die Köpfe). Auch für Erwachsene schön zu lesen, zumal die Handlungslinien sich liebevoll entfalten, haarscharf aneinander vorbeidriften und immer wieder unerwartete Wendungen nehmen. Besonders viel Raum nimmt der Erzählstrang um die Ratzen ein. Gelbzahn, der alte Anführer, wird von Schwarzfell abgelöst und ist seitdem auf der Flucht. Dabei beginnt er, über die Frage nachzudenken, ob die Ratzen überhaupt einen Anführer brauchen, und wenn ja, welche Eigenschaften ein solcher mitbringen sollte. Schließlich übernimmt er Verwantwortung für „sein“ Völkchen, damit es nicht in einen Krieg gegen die Kanalratzen gescheucht wird. Lustiger geht es bei den Katern zu, die die Angoradame mit (wirklich schlechter) Dichtung umschwärmen, während sich Rafi seiner Sympathie für die Mäuse schämt.

2 Kommentare

  1. Dune fand ich so langweilig und doof, dass ich mir den Film dann nicht mehr angesehen habe.
    Ulkigerweise gefiel mir der Anfang noch sehr gut, aber zum Ende hin musste ich mich doch sehr nachdrücklich zwingen, noch richtig zu lesen und nicht nur die Seiten zu überfliegen, um es endlich weglegen zu können.

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