Huch, Bücher, da war ja noch was.

28. Woche: Ein Buch, wodurch du etwas gelernt hast.

An dieser Stelle mache ich ein bisschen Serviceblogging für alle Referendare, die sich vielleicht jemals auf diese Seite verirren und nicht wissen, was sie sich für Lehrbücher kaufen sollen. Also vielleicht 0,5 Leute. Egal. Uns wurde am Anfang eindringlich „Anders/Gehle: Das Assesorexamen im Zivilrecht“ empfohlen, weil das hierzulande der „Goldstandard“ sei. Für die knapp 40 Euro, die das Ding kostet, kauft euch am besten was anderes. Das Buch ist stellenweise arg oberflächlich, es gibt kaum weiterführende Literaturhinweise, und die dort angebotenen Textbausteine kamen jedenfalls bei meinem Ausbildungsrichter nicht gut an. Lernen kann man dagegen sehr schön mit „Rainer Oberheim: Zivilprozessrecht für Referendare“, eins der wenigen Bücher, bei denen mir sogar der didaktische Aufbau gefällt und der bislang zu allen Problemen, die mich ratlos machten, eine verständliche Antwort gab und auch genügend Literaturhinweise bietet.

26. Woche: Ein Kochbuch, dem man wirklich bedingungslos vertraut.

Inzwischen fast keinem mehr, irgendwas findet man immer, was nicht richtig funktioniert. Sehr zu schätzen weiß ich da Horst Scharfenbergs „Aus Deutschlands Küchen“. Dort sind alte Originalrezepte aus den meisten regionalen Küchen versammelt, Klassiker wie Zwetschenkuchen und Leipziger Allerlei (das Original könnte nicht weiter vom gleichnamigen toten Dosenfutter entfernt sein. Allerdings ist das eine logistische Herausforderung, für die man am besten eine gutbürgerliche Großküche mit mehreren Angestellten haben sollte) ebenso wie Offiziersbowle. Zwar gibt es Mengenangaben und eine grobe Zubereitungsanleitung, viel bleibt aber dem oder der Kochenenden überlassen. Ein paar der Mengenangaben sind auch etwas daneben (für die Böhmischen Zwetschgenknödel waren viel zu viele Zwetschgen angegeben – die Menge ergibt nur Sinn, wenn die Teile früher wesentlich kleiner waren, was ich aber nicht glaube), im Großen und Ganzen ist es aber gerade wegen der vielen Freiheiten ein sehr vertrauenswürdiges Kochbuch.

25. Woche: Wo in deinem Haus/deiner Wohnung finden sich überall Bücher und wo nicht?

Klassisch: Fachliteratur im Arbeitszimmer, Kochbücher in der Küche, und der große Rest im Wohnzimmer bzw. Flur.

23. Woche: Ein Buch eines Autors, dessen Werke von den Nationalsozialisten verbrannt wurden und/oder der vom Regime verfolgt wurde.

Joseph Roth, „Radetzkymarsch“. Roth, der Anfang 1933 ins Exil nach Frankreich ging, erlebte den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nicht mehr, und hinterließ mit seinen Werken ein Denkmal für seine untergegangene Heimat Österreich-Ungarn. Das Geschlecht der Trottas – dessen Begründer dem Kaiser Franz Joseph I. das Leben rettete – geht allmählich seinem Niedergang entgegen, der Enkel Carl Jospeh hat nichts mehr mit dem heldenhaften Großvater gemein, und in seinen Tagen scheint es in der Donaumonarchie nur noch „Enkel“ zu geben, die sich in vergangenem Glanz sonnen, aber unfähig sind, die morsche, erstarrende Gesellschaft zu erneuern. Ein melancholisches Buch, man schaut quasi der Donaumonarchie beim Sterben zu, aber sie stirbt mit einer gewissen Grazie.

22. Woche: Bücherregal für Jugendliche einrichten (welche Bücher gehören gut versteckt ;-) )

Gar keine, zumindest gibt es kein Buch, das ich kenne, das ich wirklich verstecken würde. (Aber eventuell ein paar Takte dazu sagen, wenn der oder die hypothetische Jugendliche das liest.) Ich finde es schwierig, zu beurteilen, was einem Jugendlichen schaden könnte und was nicht. Im Rahmen des Projektes habe ich schonmal erwähnt, dass meine Eltern einen ausgesprochen umfangreichen Bücherbestand haben, von dem, so weit ich weiß, mir auch nichts bewusst vorenthalten wurde. Wenn ein Buch für mich „zu starker Tobak“ war, hab ich es einfach nicht weitergelesen, und idealerweise lernen das auch die hypothetischen Jugendlichen, denen ich ein Bücherregal einrichte.

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