There Will Be Books

Der letzte Bücherbeitrag liegt schon… ewig bei mir rum. Ich wollte nämlich immer noch Fotos dazutun, aber wie ihr bald lesen werdet, wurde und wurde partout nichts draus.

Woche 51: Krimi/Thriller: lieber mit Blut und Gemetzel oder was, was tief in die Psyche geht?

An dieser Stelle oute ich mich als komplettes Weichei und sage: Weder noch. Geschriebenes Gemetzel langweilt mich schnell  (dafür kann ich dann bei gezeigtem Gemetzel nicht hingucken) und Psycho-Sachen sind auch schwierig – mich interessieren eher die kleinen, unspektakulären, verborgenen Abgründigkeiten, der neununddrölfzigste Serienkillerroman muss es deswegen nicht sein.

Woche 50: Bei welchem Buch würdest Du nie gestehen, es je gelesen zu haben? Eine natürlich rein theoretische Bücherrunde.

Niiiieeemals hab ich Twilight… ach nee, das hab ich ja schon gestanden. Und niemals, auf keinen Fall, hab ich die Autobiographie von Dieter Bohlen gelesen, bzw. als Hörbuch gehört. Jedenfalls den ersten Teil. Und auf gar keinen Fall mochte ich es. Dieter Bohlen doch nicht.

Woche 48: Meine Lese-Top-5 in 2013

2013 war ein verdammt gutes Bücherjahr, stelle ich gerade fest. An dieser Stelle daher ein dickes Dankeschön an alle, die dazu beigetragen haben.

1. Burkhard Pfister: Gilgamesch. Das Gilgamesch-Epos als Graphic Novel. Der Stil ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig, oder war es jedenfalls für mich, da er sehr plastisch ist und auf den ersten Blick trotzdem etwas ungelenk wirkt. Auf den zweiten Blick schämte ich mich dann ein bisschen für diese Einschätzung.

2. Jan Caeyers: Beethoven. Von Musik habe ich keine Ahnung, mag sie aber trotzdem sehr. Von Beethoven kannte ich lange Zeit nur das hier, (Edit: hauptsächlich, weil dieser überhaupt großartige Tatort damit beginnt) aber als ich eine BBC-Doku über ihn gesehen habe (von der der erste Teil bedauerlicherweise gesperrt ist, man kann aber auch gut mit dem zweiten einsteigen), war es jedenfalls temporär um mich geschehen. Caeyers, selbst Dirigent, schreibt zwar eher vom Fachmann für Kenner als für interessierte Laien, wie ich es bin, tut das aber so schwungvoll und kenntnisreich, dass es sich trotzdem lohnt, auch mal was nachzuschlagen.

3. Neil Gaiman: American Gods. Es ist lang und mäandernd, eher ein Tableau für Gaimans Phantasie als eine zielstrebig irgendwo hinlaufende Geschichte, aber da Gaiman vor Einfällen nur so sprudelt, macht das gar nichts. Außerdem kann man beim Lesen lustiges Götter-Raten spielen, und ein bisschen Krimi ist auch dabei.

4. Maxim Biller: Im Kopf von Bruno Schulz. Mit Bruno Schulz habe ich mich ja schon befasst, und obwohl ich Biller als Schriftsteller bislang nicht sonderliche mochte, ist ihm hier ein kleines Glanzstück gelungen, das (soweit ich das beurteilen kann) ziemlich gut zu der merkwürdigen, surrealen Welt passt, in der Bruno Schulz lebte.

5. Stephenie Meyer: Seelen. Eventuell wäre das auch etwas für Woche 50 gewesen, und ein richtig gutes Buch ist es auch nicht (jedenfalls nicht im Vergleich zu den anderen), trotzdem hat es sich einen Platz in der Top 5 verdient. Von diesem Buch war ich nämlich mit Abstand am überraschtesten, und das im positiven Sinne. Obwohl die „Seelen“, die bodysnatchermäßig die Menschheit übernommen haben, geradezu anstrengend edel, hilfreich und gut sind oder sich jedenfalls selbst so sehen, und Wanda, die Hauptfigur, ganz besonders edel, hilfreich und gut ist, fand ich die Idee mit der Dreiecksgeschichte in zwei Körpern ziemlich gelungen. Jedenfalls wesentlich weniger ätzend als Twilight, und ich hatte nur selten das Bedürfnis, die Protagonistin zu hauen.

Woche 46: Ah, verdammt!

…hat sich vermutlich Frank Schätzing gesagt, nachdem er „Limit“ fertig hatte. „Verdammt, was bin ich für ein toller Hecht! Und was für ein guter Rechercheur! Und weil ich so verdammt gut recherchiert habe, muss jedes Fitzelchen davon ins Buch, egal, ob es in die Handlung passt oder nicht.“ Das wäre aber auch schon mein einziger Kritikpunkt am Buch. Es braucht eine Weile, bis es in Fahrt kommt (hauptsächlich wegen besagter ausufernder Rechercheergebnisdarstellungsneurose), aber dann ist die Geschichte um eine Reisegruppe auf dem Mond, finstere Konzernmachenschaften und einen abziehbildmäßig rauhbeinigen Detektiv sehr spannend.

Woche 45: Aufstieg und Fall

Das ist sogar ein Vorschlag von mir, ich habe nur leider keine Ahnung mehr, an was ich beim Einreichen dachte… also nehme ich das letzte Buch, bei dem die Erwartungskurve stark anstieg und dann fürchterlich tief abfiel: Royce Buckingham, Die Karte der Welt. Den Klappentext fand ich ganz spannend, denn in dem Buch sollte es um einen Jungen mit überragenden zeichnerischen Fähigkeiten gehen, der, wenn er mit Blut auf eine Karte zeichnet, die Welt verändern kann.  Leider hat der Autor nicht nur kaum was draus gemacht, sondern die Geschichte auch sonst komplett versemmelt: die Figuren sind blass und langweilig, die Handlung rumpelt vor sich hin, der fiese Gegner hat das dämlichste Motiv aller Zeiten, und die sonstigen Ideen sind auch alle nicht besonders. Das große Mysterium des Buches, der sogenannte Schleier, der einen Teil des Landes verdeckt, ist am Ende auch nicht weiter bemerkenswert, außer vielleicht als Logik-Fail: der Schleier weicht zurück, wenn der Richtige sein Blut als Tusche nimmt, um die von ihm verdeckten Gebiete auf die Karte einzuzeichnen. Woher der zeichnende Junge aber weiß, wie die Gebiete dahinter aussehen (denn sie sind ja vom Schleier verdeckt), wird nicht weiter erklärt, er weiß es einfach. Argh. Nie wieder kaufe ich hektisch zwischen zwei Zügen ein Buch am Bahnhof. Vier Stunden lang die Fensterdichtung anstarren wäre spannender gewesen.

Woche 38: Das Buch, in dem die meisten Babys vorkommen.

Zählen Putten als Babys? Wenn ja, was ich hiermit beschließe, dann ist es „Barock. Architektur, Skulptur, Malerei“, von Rolf Tomann. Ein sehr schöner Bildband mit (etwas knappen) Erläuterungen.

Woche 35: Mein ältestes Buch.

Oh, da werden Erinnerungen wach. Einst, vor langer Zeit, musste ich eine Bachelorarbeit im Fach Westslawistik schreiben und hatte keine Ahnung, worüber. Ich tat also das, was man als ideenloser Akademiker so tut, sah meine alten Hausarbeiten durch und reflektierte die Vorlieben der Profs, und bastelte ein Thema über einen schon lange toten tschechischen Dichter zusammen, genauer: über Karel Havlícek Borovskýs „Die Taufe des Heiligen Vladimir“. Der genaue Wortlaut des Themas ist mir entfallen inzwischen peinlich, das Buch habe ich mit Vergnügen gelesen: Zar Vladimir will sich taufen lassen, und der slawische Wettergott Perun soll für den Festdonner sorgen. Perun aber ist ein alter, nörgeliger Mann, der mit seinen üblichen Aufgaben schon völlig überlastet ist, und weigert sich. Vladimir lässt ihn daraufhin ins Gefängnis werfen und  hinrichten. In Reimform verfasst (die in der deutschen Übersetzung mal mehr, mal weniger behutsam übernommen wurde), hat Havlicek hier eine nur spärlich bemäntelte Satire auf die k.u.k. Bürokratie und ihren Klerus geschrieben. Weil mein Tschechisch so gut nun auch wieder nicht war, habe ich mir eine deutsche Übersetzung besorgt, die schätzungsweise um 1900 herum erschienen sein muss (jedenfalls findet sich im Nachwort der Vermerk „Seit wenigen Jahren“, bezogen auf das Jahr 1897.) Das liebevoll illustrierte Buch gibt es nur noch antiquarisch.

Woche 29: Lesezeichen.

Benutze ich eigentlich nie, höchstens mal einen Zettel oder was mir sonst in die Finger gerät, um die aktuelle Stelle im Buch zu markieren. Gelegentlich bekomme ich sehr schicke geschenkt, meistens von Eltern oder Schwiegereltern, aber da ich die unangenehme Angewohnheit habe, Lesezeichen von ausgelesenen Büchern irgendwo liegen zu lassen, kann ich euch gerade kein Foto zeigen, ich finde sie nämlich nicht.

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