Skizzenbuch

Grottenolm

Genau so komme ich mir gerade vor.

(Den Buchling habt ihr bestimmt schon gesehen. Aber wer findet die Maus?)

Tamino und die drei Damen

Diese Woche ist Zauberflöten-Woche, wie´s ausschaut. Heute: Tamino und die drei Damen, Dienerinnen der Königin der Nacht (s.u.). Sie sollen ihm eigentlich nur den Auftrag ausrichten, er möge bitte Pamina aus Sarastros Fängen befreien, verlieben sich aber alle drei in ihn und machen sich an ihn ran (zumindest so lange, bis die Königin persönlich dazwischengeht).

Übrigens: Wer zu lange Arme und andere anatomische Abnormitäten  findet, darf sie behalten. Von übertriebenen Klischees ganz zu schweigen. Das ist Kunst, das muss so. *hust* (Und deswegen ist es ja auch nur ´ne Kritzelei).

Die Königin der Nacht

Eigentlich ist die ganze „Zauberflöte“, mal davon abgesehen, dass sie herrlich bekloppt ist, etwas sexistisch. Prinz Tamino wird von der Königin der Nacht, s.o., angeheuert, ihre Tochter zu befreien, die sich in der Gewalt des Zauberers Sarastro befindet. Im Laufe der Handlung stellt sich allerdings heraus, dass Sarastro das Mädchen zu dessen eigenem Besten entführt hat. Er weiht sie und Tamino in die Mysterien der, ähm, Eingeweihten ein und am Ende stürzt die Königin der Nacht mitsamt ihrem Gefolge in den Abgrund. Anfangs lässt sich das noch nicht so recht erahnen – die „sternenflammende Königin“ ist eine Mutter, die um ihr Kind fürchtet, und insgesamt eine recht gesetzte Dame. Das ändert sich schlagartig im zweiten Aufzug: sie versucht erst, ihre eigene Tochter zu einem Mord anzustiften, verspricht sie dann einem Verräter aus Sarastros Gefolge zur Frau und startet schlussendlich einen Angriff auf den Weisheitstempel, der für sie nicht gut ausgeht. Im Gegensatz zu Pamina, die das weibliche, aber reine Prinzip verkörpert, das der Läuterung zugänglich ist, steht die Königin der Nacht für das Ungezügelte, Emotionale und Zerstörerische. Das Gesetzte und Ehrfurcht Gebietende an ihr ist weitgehend dahin – sie verwandelt sich in ein triebgesteuertes, rachsüchtiges Weib.

Außer Spesen…

Meistens bin ich mit meinen Bildern ziemlich unzufrieden, was unter anderem daran liegt, dass ich nie so richtig gelernt habe, halbwegs diszipliniert zu malen, sondern einfach drauflos dilettiere. Meine „Methode“, falls man das überhaupt so nennen kann, besteht inzwischen daraus, möglichst viele Vorzeichnungen zu machen, mir gegebenenfalls Vorlagen zu suchen und ansonsten solange rumzuprobieren, bis das, was da auf dem Papier ist, halbwegs dem entspricht, was ich im Kopf habe, und wenn es mir dann noch einigermaßen vertretbar erscheint, zeige ich es hier rum. (Hab ich irgendwo schonmal erwähnt, dass ich mich über so ziemlich jeden Kommentar zu meinen Bildern freue? Bestimmt.) Insgeheim bin ich aber der Meinung, dass da noch einiges an Luft nach oben ist, und dass der Abstand zwischen dem, was ich so mache, und dem, was ich eventuell machen könnte, sich unter anderem mit etwas professioneller Anleitung ein ganzes Stück verringern ließe.

Wahrscheinlich war es trotzdem einfach nur vermessen von mir, mich für einen Abendkurs (der Beschreibung nach sich an interessierte Amateure richtend) an der hiesigen Hochschule für Graphik und Buchkunst zu bewerben, was der Kursleiter auch so zu sehen schien – vielleicht bilde ich es mir nur ein, aber das Durchblättern meiner Mappe hat er so schnell abgehakt, als würde es ihm körperliches Unwohlsein zu bereiten – , jedenfalls hat es dann, ohne weitere Angaben zu Gründen, nicht geklappt. Sollte zufällig jemand hier vorbeikommen, der weiß, nach welchen Kriterien die HGB aussucht, bin ich für jeden Hinweis dankbar. Nicht, um mich dann danach richten zu können, ich nehme sogar an, dass es beiderseitig besser sein könnte, wenn die schrecklich ernsthaften Leute dort und ich nicht vertiefter miteinander zu tun haben (dem Fuchs sind die Trauben, an die er nicht rankommt, natürlich zu sauer), aber mich zwiebelt es, bei solchen Gelegenheiten dann absolut nicht zu wissen, woran es liegt. Vielleicht waren es ja die Zombies. Wie auch immer, zum Zwecke der Vor-Ort-Beurteilung künstlerischer Fähigkeiten wurde ein Sperrmüllhaufen Stillleben aufgebaut, an dem wir uns dann austoben sollten, und ich habe natürlich, die dezenten Faltenwürfe ausgemusterter Sofadecken, kaputte Gitarren, den Einkaufswagen (!) und den Rest des romantischen Schrottes ignorierend, gleich etwas gesehen, was „guckt“.

Man beachte den leicht manischen Blick des Stuhls. So schaue ich jetzt auch immer drein, wenn mich jemand auf die HGB anspricht.

Zombie für Zwischendurch

Bei den Bibliotheksskizzen hatte ich ganz vergessen, neben den Besuchern auch die andere Seite zu beleuchten: das Personal. Insbesondere das „Wir lassen Besucher erst rein, wenn der Funkwecker verkündet, dass es Punkt acht Uhr ist“-Ritual sei erwähnt. Wenn ich mit einem Arm voller Bücher 7:58:43 Uhr den Lesesaal betreten möchte und zurückgepfiffen werde, mich dann, entgegen meiner sonstigen Gewohnheit, in eine Debatte über Sinn und Unsinn dieser Vorschrift stürze und das Ganze gipfelt mit: „WirhamdieRegeljaauchnichgemacht.“, dann zweifle ich manchmal an der Menschheit. Kein Wunder, wenn ich in einer Arbeitspause dann sowas halluziniere:

Natürlich würde ich die netten Leute dort nie direkt mit Zombies vergleichen. Es sei denn, ich werde an der Garderobe noch ein paar Mal gefragt, was sie denn bitteschön mit der Jacke jetzt machen sollen.

Bibliotheksskizzen

Manchmal, wenn das mit dem untauglichen Versuch in vermeintlicher Mittäterschaft oder den elaborierten Verschränkungen des Schuldrechts nicht so richtig in mein Hirn will, nutze ich die Zeit in meiner Lieblingsbibliothek anderweitig. Da sitzt ein Haufen Leute, verbunden allein durch das Streben nach akademischer Erkenntnis (könnte man meinen, bis man Gelegenheit hat, einen Blick auf die Bildschirme zu werfen), und halten still. Wunderbare Gelegenheit für ein paar flüchtige Skizzen:

Was für eine Frisur. Besonders die oberen Haare lagen viel exakter, als hier wiedergegeben. Nur am Hinterkopf entkam eine Strähne.

Den hier mag ich am liebsten. Schon wegen seiner ausdauernd konzentrierten Haltung.

Sie war hauptsächlich… pink.

Sie war, anziehtechnisch, das glatte Gegenteil zu mir. In dem Lesesall ist es dermaßen a****kalt, dass ich mit Pullover und Strickjacke dasitze.

Ihr dachtet nicht, dass ihr ohne einen Zombie davonkommt, oder? Und ja, das ist ein Hirn, was er da auf dem Teller hat. Mahlzeit.

Nachtschicht

Ein kleiner Nachtrag meiner Fabrikbeschäftigung, die sich als so einträglich erwiesen hat, dass ich erwäge, die Branche zu wechseln, auch wenn das Entgraten von Brennkammerrohren (ca. 4000 pro Schicht) seitdem das untere Ende meiner persönlichen Skala für mentale Ödnis markiert. Wenn man als komplett ungelernte Hilfskraft mehr Geld pro Stunde kriegt als in dem Bereich, in dem man eigentlich qualifiziert ist (okay – auf dem Weg dahin, qualifiziert zu sein), dann kann doch irgendwas nicht stimmen. Oder ich muss mal ein ernstes Wort mit meiner Chefin reden.

Instrumental

Dieser Mai ist kein Wonne-, sondern ein Hetzmonat, und zwischen Köln, Karlsruhe, Halle und Berlin erlebt man zwar viel, zeichnet aber wenig, und neben der ganzen Rumherfahrerei studiert man ja auch noch ab und zu. Bevor es eine lange Rede wird, also besser gleich der kurze Sinn: zwei Archivbilder, die mancher vielleicht schon kennt und die zu schade sind, um in der Schublade zu versauern, sollen die Durststrecke überbrücken, bis ich die geballte Inspiration mal wieder in Ruhe umsetzen kann. Voilá:


Bruce meets Harry

Irgendwann sollte es mal eine Postkarten-Kampagne für filmriss geben, bei der sich berühmte, aber nicht zusammenpassende Blockbuster-Figuren treffen. Es wurde nichts daraus, aber ich finde die Idee, wie sich Batman und Harry in die Wolle kriegen, immer noch lustig. Bei einem Duell Batmobil vs. Zauberstab würd ich aber auf die Fledermaus setzen – soweit bekannt, hilft Harrys persönlicher Schutzzauber ja nicht gegen Superhelden-High-Tech. Und Batman sieht selbst in Badehose und mit Stiernacken heiß aus.