Zeichnungen

Muscheln

anderemuschel

Aus mir selbst nicht ganz einsichtigen Gründen war ich der Meinung, Muscheln zu zeichnen sei eine tolle Idee. In der Tat hat es einen gewissen Beruhigungseffekt, und ich begeistere mich immer mehr für die vormals verhassten Aquarellfarben, aber auf die Dauer wird man auch ganz schön rammdösig davon, auf Aberzillionen Schattierungen und Formierungen von Kalk zu starren.

jakobsmuschel

Schultermonster

schultermonster

Manchmal scheint mir so ein Viech auf der Schulter zu sitzen. Dann schleppe ich mich so durch den Tag, sehe überall nur schlechte Nachrichten und wundere mich noch darüber, dass ich die Nackenschmerzen nicht los werde.

Bergtrollkinderstube (1)

bergtroll

Das heulende Trollkind ist ungefähr so geworden, wie ich mir das dachte. Der Rest nicht. Mein Problem damit: der ganze Bildaufbau ist viel zu statisch, und eigentlich wollte ich ein überfürgsorgliches Trolleltern…teil, aber da man sein Gesicht nicht sieht und auch kein direkter Kontakt zum Kind da ist, kommt das nicht so richtig rüber. Ziemlich genau in dem Moment, in dem das Bild eingescannt war, fiel mir auf, wie ich das anders hinkriegen könnte, und vor allem so, dass ich viel weniger Fläche mit Hintergrund füllen muss (ich kann Hintergründe nicht ausstehen. Vor allem dann nicht, wenn es Landschaften sind), aber als Vorabskizze lasse ich das hier erst mal so stehen.

Grundrechte und andere Piktogramme

Seit meiner Schulzeit kritzele ich ständig irgendwo herum, wenn ich eigentlich zuhören sollte, was schon zahlreiche Lehrer irritiert hat. Im Jurastudium konnte ich das perfektionieren: immerhin wird ständig betont, wie wichtig eine saubere Sachverhaltsskizze ist. Und auch viele andere Sachen gehen zumindest mir besser in den Kopf, wenn ich eine bildliche Darstellung davon habe – ohnehin sollten viel mehr Lehrbücher illustriert sein. Ein paar Vorschläge zu Grundrechten hätte ich schon.

Ratet mal, was das sein könnte:

Die Berufsfreiheit natürlich, aus Art. 12 GG.

Obwohl Artikel 12 verschiedene Aspekte aufgreift, hat man beschlossen, dass sowohl Berufswahl als auch -ausübung unter Gesetzesvorbehalt stehen (eher entgegen dem Wortlaut, wohlgemerkt, eigentlich steht nur die Berufsausübung unter Gesetzesvorbehalt; in der Tat spricht aber viel für ein einheitliches Grundrecht [Examenskandidatenmodus aus. Aus, sag ich!]) . Das Bundesverfassungsgericht hat dann die 3-Stufen-Theorie entwickelt, nach der Eingriffe in die Berufsfreiheit entweder die Berufsausübung betreffen (oberer linker Balken), oder die subjektive Berufswahl (mittlerer linker Balken; jede Zulasssungsvoraussetzungen, die an Sachen anknüpft, die die Bewerber selbst in der Hand haben, also bestimmte Qualifikationen o.ä.), oder die objektive Berufswahl (unterer linker Balken; zB. Numerus Clausus). Weil sie ein einheitliches Grundrecht bilden, sind sie miteinander „vernietet“. Von oben nach unten werden die Anforderungen an die Rechtfertigung des Eingriffs immer größer (rechte Balken) – um in die Berufsausübungsfreiheit einzugreifen, braucht es nur „vernünftige Gründe des Allgemeinwohls“, also irgendeinen Quatsch, für subjektive Berufswahlregelungen immerhin den Schutz besonders wichtiger und für objektive den überragend wichtiger Gemeinschaftsgüter. (Ich erspar euch jetzt das Apothekenurteil. Oder Ausfälligkeiten über die Ladenschlussgesetze.) Da das Bundesverfassungsgericht neuerdings selbst wieder von der (meiner Ansicht nach sehr unpraktischen) 3-Stufen-Theorie abrückt, aber noch nicht klar ist, ob das eine Trendwende wird, geht er eingeklammerte Pfeil durch, der die Stufen „zerschneidet“.

Ein paar andere Grundrechte könnten so aussehen:

Das sind welche aus den ersten drei Artikeln: 1. die Menschenwürde. Okay, eigentlich kein Grundrecht. Aber es weiß eh keiner genau, was sie ist, und ein Großteil der Literatur ergeht sich in wolkigen Andeutungen. Ein Symbol, dass neben der Allwissenheit Gottes auch mit Freimaurern und Illuminaten in Verbindung gebracht wird, fand ich ganz passend – da weiß man auch nicht immer, wofür es eigentlich steht, und warum. 2. Die Allgemeine Handlungsfreiheit, aus Art. 2 Abs. 1. Amöbengleich passt sich das „Auffanggrundrecht“ jeder Form an, ohne selbst eine eindeutige zu haben, und bisweilen nimmt es andere Grundrechte bzw. deren Schranken in sich auf. Das liegt daran, dass Sachen wie die „Berufsfreiheit“ sog. „Deutschengrundrechte“ sind, die dank des Diskriminierungsverbots auch für EU-Bürger gelten, aber nicht für EU-Ausländer. Deren Tätigkeiten fallen dann zwar nicht in den Schutzstandard des entsprechenden „Deutschengrundrechtes“, aber die niedrigen Schranken der Allgemeinen Handlungsfreiheit werden in solchen Fällen angehoben (ich halte das für ein Unding, aber mich fragt ja keiner). 3. Der allgemeine Gleichbehandlungsgrundsatz, Art. 3, oder genauer: dessen Verstöße. Weder soll man nämlich Ungleiches gleich, noch Gleiches ungleich behandeln (sieht man leider schlecht, im letzten Bild ist der Regler unter den Töpfen auf unterschiedliche Temperaturen eingestellt).

Das Eigentum aus Art. 14 hingegen ist eher…

… ein bisschen wie Frankenstein. Da im Gegensatz zu den anderen sein Inhalt vom Gesetzgeber festgelegt wird, sieht es zwar von Ferne aus wie ein anständiges Grundrecht, wenn man ihm näher kommt, erkennt man jedoch, dass das vor allem Flickwerk ist, höchst undurchschaubar und hinsichtlich eventueller Entschädigungen mit hässlichen Folgen. (Nicht selten gibt´s keine.)

Gerichtszeichnung

Über allen Gipfeln ist Ruh… hier auch, meine examensbedingte geistige Zerrüttung schreitet voran. Deswegen habe ich mal was Älteres ausgegraben: im Strafrechtspraktikum habe ich mich aus lauter Langeweile als Gerichtszeichnerin versucht, allerdings ähneln die Abbildungen den Originalen nicht besonders. Das ist einerseits wenig schön, umgekehrt können die sich, sollten sie hier vorbeistolpern, nicht darüber beschweren, ihr Recht am eigenen Bild sei verletzt (und die Verhandlung war natürlich öffentlich).

Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, die Kinder seiner Verlobten geschlagen und jemanden beleidigt zu haben. Das mit der Beleidigung war etwas undurchsichtig, da sie angeblich auf Arabisch erfolgte, der Beleidigte kein Arabisch konnte und eins der Kinder dann übersetzt hatte – wobei ich mich im Nachhinein frage, woher das Kind dann den Wortschatz hatte. Die Verlobte war, man möge mir verzeihen, das typische dicke deutsche Mädel mit wenig Selbstbewusstsein, dass dem Manne zuliebe zum Islam konvertiert war (aber seine Sprache nicht sprach, und er konnte kaum Deutsch, deswegen auch der Dolmetscher). Die beiden waren sich nicht so recht einig, ob sie verheiratet seien oder nicht (sie hatten sich nach islamischem Ritus trauen lassen, aber nicht standesamtlich, woraus begrifflich ein paar Verwirrungen entstanden), und auch nicht darüber, wie die Kinder zu erziehen seien, die verstanden sich mit dem Angeklagten nicht besonders gut, und er rechtfertigte seine harschen Maßnahmen damit, dass sie geklaut hätten. Am coolsten war der Verteidiger: weit abseits vom üblichen Juristen-Dresscode erschien er mit wilder Lockenmähne und fransiger Rocker/Cowboy-Lederweste, die leider unter der Robe nicht so zur Geltung kam.

Das zweite Siegel

„Dann brach das Lamm das zweite Siegel auf. Ich hörte, wie die zweite der mächtigen Gestalten sagte: „Komm!“ Da kam wieder ein Pferd hervor, ein rotes. Sein Reiter wurde ermächtigt, den Frieden von der Erde zu nehmen, damit sich die Menschen gegenseitig töteten. Dazu wurde ihm ein großes Schwert gegeben.“ (Offenbarung 6, 3-4)

Im Abibuch wurde mir von einer Freundin ein „apokalyptisches Gemüt“ attestiert. Manchmal denke ich, sie hat Recht…

Machen Sie eine typische Handbewegung

Ohne ihren Auftritt im DLF gestern wären die Ärzte wohl weiter in der Peripherie meiner Wahrnehmung herumgedriftet, was schade wäre, denn sonst hätte ich „Captain Metal“ völlig verpasst (Anhören empfiehlt sich, allein zum besseren Verständnis). Den stelle ich mir, inklusive Superman-Pose, in etwa so vor:

Okay, es ist wohl eher Captain Hardrock draus geworden, denn nachdem ich mich etwas intensiver mit den musikalischen Schmink-Kodizes befast habe, fiel mir auf, dass die ganzen Metal-Bands zum Modell „dunkles Triefauge“ neigen, während lustige Kreise und Sternchen den Hardrockbands vorbehalten sind. Aber wer sagt eigentlich, dass Captain Metal ein Mann sein muss? (Kollegin Wonder Woman stand freundlicherweise Modell.)