Ein Zimmer

Eine Tür, am Ende des Ganges. Sie steht nur halb offen, und sie befindet sich eigentlich nicht am Gangende, sondern in dessen Mitte, aber etwas in ihrer Art oder dem leichten Offenstehen legt nahe, dass sie das Ende markiert. Man sieht von hier aus nicht, was für ein Zimmer sich dahinter befindet, aber dank der Helligkeit, die auf den Gang fällt, meint man, es sei ein warmes und freundliches, eines, in dem Kinder lachen oder in dem man ein gutes Buch lesen kann. In diesem Raum scheint Gesellschaft zu sein, immer genau von der Art, die man sich wünscht, und ich habe gehofft, dich dort anzutreffen, vielleicht in Erinnerungen versunken, auf jeden Fall in nachdenklicher Stimmung.
Geht man aber hin und öffnet die Tür, dann sieht man nur den leeren Raum und im Boden die Abdrücke der Möbel, die dort vor langer Zeit einst gestanden haben, und wenn man genau hinsieht, erahnt man noch die Fußabdrücke der Gesellschaft, die den Raum schon vor langer Zeit eilig verlassen hat, vielleicht zu einem Mittagessen gerufen, dass nie stattfand.
Ich selbst sehe nur die Spur deiner Schuhe, wie sie mitten im Raum aufhört, als du einfach verschwandest, und damals begann man auch, die Möbel nach und nach herauszuschaffen. Der Staub kam danach und legte sich auf den nackten Boden, und nur dort, wo deine Füße ihn berührt hatten, blieb er davon frei.

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