Fotomontage

28 Weeks [in the library] later

Wer hat sich nicht schonmal gefragt, ob in seiner Bibliothek neben braven Jurastudenten auch ab und zu ein paar Untote herumhängen? Okay, vermutlich niemand außer mir. Aber es würde eine Menge erklären.

Die permanent verstellten Bücher zum Beispiel. Wenn ich in der Abteilung „Historisches Recht der sozialistischen Staaten“ den Aufsatz über die Abwicklung von Grundstückskäufen wiederfinde, den ich für die vorletzte Hausarbeit dringend gebraucht hätte (wie knapp 300 andere auch), dann hoffe ich inständig, dass derjenige, der meinte, dieses Buch verstecken zu müssen, durch die Hausarbeit gefallen ist. Vielleicht hat er aber auch lange kein Frischfleisch mehr bekommen und konnte sich deswegen weder erinnern, wo er das Buch herhatte, noch die äußerst komplexe Markierung entziffern, die ein korrektes Zurückstellen erlaubt hätte.

Noch schlimmer sind bloß die, die zu faul sind, sich ein kreatives Versteck auszudenken und deswegen die entscheidenen Seiten einfach rausreißen. Bei einem Zombie, dessen Großhirnrinde allmählich zerfällt, mag das angehen, vielleicht hält er das Buch für etwas Essbares und vergreift sich dafür wenigstens nicht an Leuten. Aber die Vorstellung, dass tatsächlich denkende und fühlende Menschen so etwas tun… entsetzlich.

Eine Belästigung der ganz anderen Art: Klackernde Absätze! Manche Personen weiblichen Geschlechts verbrauchen offenbar ihre gesamte intellektuelle Kapazität morgens vor dem Kleiderschrank. Und wenn man die entsprechenden Kandidatinnen dann noch über vier Arbeitsplätze hinweg über den süßen Typen vorne links schnattern hört, dann liegt doch der Schluss nahe, dass sie eigentlich nichts dafür können. Untote sind eben ziemlich gedankenbefreit.

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