Nikolaus

6. Türchen: Nikolaus

Wer in Deutschland lebt und „Nikolaus“ heißt, muss mit Frotzeleien rechnen, besonders an Tagen wie heute. Die gute Nachricht: wenn ihn das belastet, kann er seinen Vornamen ändern. Jedenfalls wenn er im Bezirk des Verwaltungsgerichts Freiburg wohnt. Dieses sah den Antrag eines Klägers, seinen Vornamen nach § 3 Abs. 1 in Verbindung mit § 11 Namenänderungsgesetz (NamÄndG) von „Nikolaus“ in „Nico“ ändern zu dürfen, als begründet an. Der Kläger habe

„sehr eindrücklich und glaubhaft, sogar bis hin zu einem Tränenausbruch, geschildert, dass er seit Schulkindertagen bis in die Gegenwart durch immer wiederkehrende Assoziationen seiner Mitmenschen zwischen seinem Vornamen und der Figur des Weihnachtsmanns betroffen ist. Dies stellt für ihn eine permanente psychische Belastung dar […]. Einen – bislang nicht manifestierten bzw. behandlungsbedürftigen – Krankheitswert dieser Belastung kann man dem Kläger ebenso wenig zumuten wie eine Aufgabe seines Freundeskreises oder gar der Arbeit, bei welcher er durch Chef und Mitarbeiter ebenfalls immer mal wieder wegen seines Vornamens Spott erfährt. Im übrigen wäre selbst bei einer Änderung des persönlichen/personellen Umfelds nicht sichergestellt, dass dies eine Änderung im Verhalten der Mitmenschen bewirkte. Gerade deshalb hält das Gericht es auch für unzumutbar, dass der Kläger seinen bisherigen Vornamen behält und sich im Alltag als „Nico“ benennt.“

(VG Freiburg vom 19.06.2006, Az. 1 K 1495/05)