Oper

Tamino und die drei Damen

Diese Woche ist Zauberflöten-Woche, wie´s ausschaut. Heute: Tamino und die drei Damen, Dienerinnen der Königin der Nacht (s.u.). Sie sollen ihm eigentlich nur den Auftrag ausrichten, er möge bitte Pamina aus Sarastros Fängen befreien, verlieben sich aber alle drei in ihn und machen sich an ihn ran (zumindest so lange, bis die Königin persönlich dazwischengeht).

Übrigens: Wer zu lange Arme und andere anatomische Abnormitäten  findet, darf sie behalten. Von übertriebenen Klischees ganz zu schweigen. Das ist Kunst, das muss so. *hust* (Und deswegen ist es ja auch nur ´ne Kritzelei).

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Die Königin der Nacht

Eigentlich ist die ganze „Zauberflöte“, mal davon abgesehen, dass sie herrlich bekloppt ist, etwas sexistisch. Prinz Tamino wird von der Königin der Nacht, s.o., angeheuert, ihre Tochter zu befreien, die sich in der Gewalt des Zauberers Sarastro befindet. Im Laufe der Handlung stellt sich allerdings heraus, dass Sarastro das Mädchen zu dessen eigenem Besten entführt hat. Er weiht sie und Tamino in die Mysterien der, ähm, Eingeweihten ein und am Ende stürzt die Königin der Nacht mitsamt ihrem Gefolge in den Abgrund. Anfangs lässt sich das noch nicht so recht erahnen – die „sternenflammende Königin“ ist eine Mutter, die um ihr Kind fürchtet, und insgesamt eine recht gesetzte Dame. Das ändert sich schlagartig im zweiten Aufzug: sie versucht erst, ihre eigene Tochter zu einem Mord anzustiften, verspricht sie dann einem Verräter aus Sarastros Gefolge zur Frau und startet schlussendlich einen Angriff auf den Weisheitstempel, der für sie nicht gut ausgeht. Im Gegensatz zu Pamina, die das weibliche, aber reine Prinzip verkörpert, das der Läuterung zugänglich ist, steht die Königin der Nacht für das Ungezügelte, Emotionale und Zerstörerische. Das Gesetzte und Ehrfurcht Gebietende an ihr ist weitgehend dahin – sie verwandelt sich in ein triebgesteuertes, rachsüchtiges Weib.